Rückblick auf den 2. Ausbildungstag der Freiwilligen Feuerwehr Schlettau

Der Tag (18.09.21) startete um 9:00Uhr morgens recht entspannt mit einem gemeinsamen Frühstück der Kameraden der Feuerwehr Schlettau im Feuerwehrgerätehaus und einer kurzen Theorie Einheit.
Nach der Einteilung der Besatzungen stand schon der erste Einsatz auf dem Plan. Alarmiert wurden wir durch die Integrierte Regionalleitstelle Chemnitz zusammen mit den Feuerwehren aus Dörfel, Scheibenberg, der Drehleiter Buchholz, sowie einem KTW der Johanniter-Unfallhilfe, zu einem Brand 2 ins Schloss Schlettau.
Vor Ort angekommen bekamen wir die Information, dass sich im Rittersaal 12 Personen aufhalten sollten, denen der Weg durch das Treppenhaus durch die starke Rauchentwicklung versperrt war. Sofort rüsteten sich zwei Trupps unseres HLF´s mit Atemschutzgeräten zur Menschenrettung aus. Die beiden Trupps bahnten sich durch den dichten Rauch einen Weg zum Saal und konnten die Personen dort auch auffinden. Zeitgleich wurde die Drehleiter der Feuerwehr Buchholz in Stellung gebracht, um einen Teil der Personen durch ein Fenster zu evakuieren. Zwei weitere Atemschutztrupps der Feuerwehr Scheibenberg erreichten nach kurzer Zeit ebenfalls den Rittersaal und begannen mit der Evakuierung von Personen mittels sogenannter Fluchthauben durch das Treppenhaus. Im Außenbereich errichteten die Kräfte der Feuerwehr Dörfel eine stabile Löschwasserversorgung aus dem Schlossteich zu den Fahrzeugen, welche eine Brandbekämpfung durchführten.
Nach dem alle Personen, entweder mit Fluchthauben durch das Treppenhaus oder über die Drehleiter ins Freie gerettet, dem Rettungsdienst überstellt und versorgt worden waren sowie die Feuer im Außenbereich erfolgreich bekämpft waren, hieß es Übungsende.
Nach dem Rückbau kehrten alle Beteiligten Einsatzkräfte in das Feuerwehrgerätehaus zurück, wo ein gemeinsames Mittagessen und eine Auswertung auf dem Plan stand.
Nach dem die Kameraden der anderen Wehren zu ihren Gerätehäusern zurückgekehrt waren, stand eine weitere Theorieeinheit auf dem Programm, dieses Mal zum Thema ABC-Einsatz. Kurz darauf folgte auch schon die Alarmierung über die auf den Fahrzeugen befindlichen Tablets und unserer Alarm Dispatcher App.
Dieses Mal ging es auf das Gelände des Erzgebirgischen Wirtschaftshof Schlettau e.G. Dort sollte eine Säure in unbekannter Menge ausgelaufen sein. Abermals rüstete sich ein Trupp mit Atemschutz aus, denn es wurde noch ein Mitarbeiter vermisst. In der Zwischenzeit errichtete die Mannschaft des TLF eine behelfsmäßige Not Dekon, in der die Person vor der Übergabe an den Rettungsdienst erst einmal grob dekontaminiert wurde. Die Aufgabe des Atemschutztrupps war damit aber noch nicht beendet, denn sie mussten noch die Flüssigkeit mit dem auf dem TLF befindlichen Chemikalienbinder aufnehmen. Auch dann hieß es hier: Übung beendet!
Weit entfernten mussten wir uns von dem Gelände des Wirtschaftshofes aber nicht, denn vor einer benachbarten Autowerkstatt fand gleich im Anschluss die nächste Übung statt. Hier hieß es jetzt: VKU mit zwei eingeklemmten Personen. Sofort begann die Besatzung des HLF´s erste Versorgungsöffnungen zu schaffen, dass der Rettungsdienst mit seiner Arbeit beginnen konnte. Dann wurde in Absprache mit diesem das Fahrzeug geöffnet um die beiden Personen patientenschonend zu befreien. Nach dem beide Personen aus dem Fahrzeug befreit waren, beendeten wir auch diese Übung erfolgreich.
Fast nahtlos stand dann die letzte Übung für diesen Tag an. Mit Sonder- und Wegerecht fuhren wir in den Steinbruch der Firma Max Bögel in Dörfel. Gerufen wurden wir von einem Arbeiter, welcher eine unter einem großen Stein eingeklemmt Person gefunden hatte. Wir bahnten uns zusammen mit dem Rettungsdienst einen Weg zu dem Patienten. Dies gestaltete sich als schwierig, da der Zugang durch das unwegsame Gelände des Steinabbruches erfolgen musst. Nach dem der Patient soweit stabilisiert wurde, begannen wir mit unserem „Hi Lift tool“, einem Allzweckheber und viel Rüstholz den mehrere Tonnen schweren Stein allmählich von der Person zu entfernen. Dies war ein sehr Zeitaufwendiger Prozess, weil der Stein immer wieder drohte zurück zu kippen. Nach dem der Patient befreit war und durch den Rettungsdienst erst versorgt wurde, verbrachten wir ihn mit unserer Schleifkorbtrage aus dem unwegsamen Gelände. Damit war auch die letzte Übung für diesen Tag erfolgreich beendet. Nach einer kurzen Wäsche der Fahrzeuge noch im Steinbruch, kehrten wir ins Feuerwehrgerätehaus zurück.
Nach dem die Fahrzeuge gründlich gereinigt und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt war, wurde der gesamte Tag nochmals ausgewertet. Dabei wurde durch alle Beteiligten ein überwiegend positives Fazit gezogen. So konnte gegen 19:00Uhr der gemütliche Teil des Tages beginnen. Mit einer Bratwurst und dem ein oder anderen Getränk klang der Tag dann aus.
Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen Beteiligten bedanken. Zuerst bei allen mitwirkenden Einsatzkräften der Feuerwehren aus Dörfel, Scheibenberg und Buchholz, sowie der KTW Besatzung der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Schlettau. Ein besonderer Dank gilt der der Stadt Schlettau, dem Schloss Schlettau, der Leitung des Erzgebirgischen Wirtschaftshof Schlettau, Herrn Christian Demmler und dem Max Bögl Schotterwerk & Natursteinhandel. Des Weiteren danken wir allen beteiligten Statisten für ihre Unterstützung bei den Übungen. Ein Dank gilt auch dem Weissen Ross Schlettau, der Fleischerei Schreiter, der Agrarfarm Schlettau sowie dem Kaffee Schreiber für die kulinarische Unterstützung. Allen beteiligten Kameraden unserer Wehr möchten wir ebenfalls ein großes Dankeschön für einen spannenden und lehrreichen Tag aussprechen, besonders natürlich den Organisatoren des Ausbildungstages.
Wir wünschen euch allen eine schöne Herbstzeit und bleibt gesund. 🚒
Eure Freiwillige Feuerwehr der Stadt Schlettau.
Ricky Köhler, Pressesprecher der FFW Schlettau.