Einsatz vom 19.11.2022

Datum: 19.11.2022
TH4 – Bahnunfall – Waldweg
Einsatznummer: 33/22
Alarmierung: 10:11Uhr erstes Fahrzeug ausgerückt: 11:16Uhr
am Einsatzort: 10:18Uhr
ausgerückte Fahrzeuge: HLF20, TLF2000 u. MTW
Einsatzkräfte: 24 wieder einsatzbereit: 13:11Uhr

TH4 – Bahnunfall – Waldweg! Diese Alarmstichwort schockierte sicherlich alle Kameraden unserer Wehr und die aus Dörfel und Scheibenberg. Ein Hinweis der sehr wichtig war ließ sich auf dem Funkmeldeempfängern noch ablesen: „Streckensperrung läuft, Fax folgt“. Denn bevor eine Bahnstrecke nicht gesperrt ist, betritt keine Einsatzkraft den Gleisbereich.

Als unser HLF als erstes Einsatzmittel Feuerwehr an der Unglücksstelle eintraf, sondierte eine RTW Besatzung bereits die Lage: Ein PKW wollte an einen unbeschrankten Bahnübergang die Gleise überqueren und übersah einen heranfahrenden Zug der Erzgebirgsbahn. Die beiden Personen im PKW wurden in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und ca.40 Personen im Zug wurden zum Teil schwer verletzt. Unser HLF übernahm die Rettung der beiden Patienten im PKW und die Besatzung unseres TLF und die Kameraden aus Scheibenberg übernahmen in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und dem leitenden Notarzt die Rettung der Personen aus dem Zug.

Die Rettung am PKW gestaltete sich sehr dynamisch: Der Fahrer konnte nach dem abnehmen der Fahrertür Patienten schonend gerettet werden. Aber der Plan unseres Gruppenführers das Dach abzunehmen, um den Patienten zu retten, wurde durch die starke Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beifahrers über den Haufen geworfen. Somit wurde eine Crashrettung durchführt, d.h. Der Patient wird schnellst möglich ohne Rücksicht aus dem PKW befreit. Damit waren die Arbeiten am PKW beendet und die Besatzung unterstützte die restlichen Kräfte.

Die Kameraden aus Scheibenberg und die unseres TLF bauten mit Hilfe der Rettungsplattformen von den beiden HLF´s einen Patientenausstieg an beiden Türen des Zuges auf und retteten die Patienten nach Dringlichkeit die der Rettungsdienst und die Notärzte festgelegt hatten. Die leicht verletzten Personen wurden dann mit dem Scheibenberger MTW in unser Gerätehaus verbracht und vom KIT (Kriseninterventions- & Notfallseelsorgeteam) betreut.

Die Kameraden aus Dörfel bildeten einen dritten Einsatzabschnitt: Denn durch Personen außerhalb vom Zug, wurden Kinder beobachtet die nach dem Zugsamenstoß die Unfallstelle panisch verließen. Also suchten die Kameraden das Umland ab um die Kinder wieder zubringen.

Auch die Beamten der Bundes- und der Landespolizei wurden zur Unfallstelle gerufen, da das Streckennetz zum Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei, der Bahnübergang aber zum Zuständigkeitsbereich der Landespolizei gehört. Zudem eilte der Notfallmanagerbahn zum Unglücksort, da dieser für die Sicherheit auf der Strecke verantwortlich ist. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde auch noch ein KBM dazu gezogen.

Nach dem alle Patienten in das Gerätehaus verbracht wurden waren, heiß es ÜBUNGSENDE! Bei einer Wurst und dem ein oder anderen Getränk wurde die Übung in der Fahrzeughalle unseres Gerätehauses noch kurz ausgewertet, aber eine genauere Auswertung folgt noch.

Dies war die dritte und vermutlich aufwendigste Alarmübung in diesem Jahr. Bedanken möchten wir uns bei allen Einsatzkräften der Feuerwehren aus Schlettau, Scheibenberg und Dörfel, sowie den Rettern der Johanniterunfallhilfe, den Notärzten, dem KIT, dem Notfallmanager Bahn und den Kollegen der Polizei. Ein weitere Dank gilt allen „Opfern“ die zum Großteil aus unserer Jungendfeuerwehr stammten, den Kameraden unserer Alters-und Ehrenabteilung die sich um das Kulinarische im Gerätehaus kümmerten, dem ehemaligen KBM Lutz Lorenz, dem Bauhof Schlettau der die Einsatzstelle vorbereitete, den beiden Bürgermeistern aus Schlettau und Scheibenberg, dem Team der Blaulichtfotografie Erzgebirge und bei der Erzgebirgsbahn, die die Strecke und den Zug zur Verfügung stellten.

Zu Letzt gilt unser aller Dank den Kameraden die diese Übung vorbereitet und geplant haben. Denn auch wenn ein solche Szenario unwahrscheinlich erscheinen mag, ist es durch aus im Bereich des Möglichem.

Ein kleiner Zusatz zum Übungsgeschehen an diesem Samstag Vormittag: Durch die Presslufthörner der Einsatzfahrzeuge brachen einige Kühe auf einer angrenzenden Weide durch den Weidezaun. Die Kollegen der Polizei fingen zusammen mit dem „verantwortlichem“ Bauern diese wieder ein. (Quelle: FFW Schlettau)